Donnerstag, 19. Dezember 2013

22.05.2013

ohne zu fragen ist die zeit vergangen.
tage, wochen, monate.
erinnerungen, so schwerelos, dass sie mit dem nächsten windstoss davonfliegen könnten, wie ein blatt im herbst und doch: erinnerungen voll schwerer melancholie, die einem zu boden ziehen.

fünf monate seit meinem letzten brief an dich.
neun monate seit dem letzten treffen.
sieben monate seit der letzten umarmung bei einem zufälligen aufeinandertreffen in den gassen basels.
knapp zwei monate seit dem letzten blickkontakt quer über die strasse.

aber an jedem tag, bei dem immer gleichen lied
in den schlaflosen nächten, beim rauchen der roten gauloises
bei dieser einen stelle unten am fluss -

da bricht das herz.
immer wieder.

egal ob nach neun monaten oder sieben wochen.

13.05.2013

ich weiss nicht, ob dir das bewusst ist, aber:
ich denke viel an dich.
obwohl das rauchen schon fast zur gewohnheit geworden ist,
denke ich bei jeder zigarette an dich.
also mindestens einmal am tag -
ausser sonntags, weil da rauche ich fast nie.
aber an sonntagen lassen sich genügend andere gelegenheiten finden, um an dich zu denken.
mir kommt dann in den sinn, wie wir an diesem openair bei der kaserne waren und du mir versucht hast beizubringen, wie man zigis dreht.
oder wie du die zigarette im mundwinkel hattest,
während du origamikraniche gefaltet hast.
und das pape, das jetzt in meinem notizbuch klebt,
aus dem du mir ein herz herausgerissen hast.

herze herausreissen, herze zerreissen.
                   - das kannst du gut.

09.03.2013

und das vermissen, wird das irgendwann weniger?
tut es bald nicht mehr so weh?
wo sind alle unsere pläne geblieben
und gehen wir nie mehr wieder zusammen an ein konzert?
es regnet, in der ferne hört man donnerrollen; das letzte mal, als es gewittert hat, sassen wir zusammen in diesem pavillon in basel am bahnhof, wo sonst all die drogenjunkies sitzen und du hast mich gehalten und wir waren uns so nah.
der regen roch nach sommer - jetzt riecht er nur noch nach dieser unberechenbaren sehnsucht, die ich so sehr hasse.


horizontregen



das morgentau glitzert noch auf den wiesen, hunderttausend kleine kristalle, die sonne wiederspiegelnde wasserperlen, klammern sich an grashalme, brechen das licht in einem regenbogen.
nachts sammelte ich die worte, während des morgengrauens ordnete ich sie, bei morgenröte schrieb ich sie nieder, kotze sie jetzt - nur wenige stunden danach - wieder aus. stets verschlucke ich mich an meinen eigenen worten und gedanken, übergebe mich, ersticke beinahe. "ich träume die worte, die mein mund nicht zu denken wagt."
ich bin jetzt in der fremde, weit weit weg, und warte doch stets darauf dich zu sehen. schaue bei jedem bahnhof hoch, schaue aus dem fenster, senke den blick dann wieder enttäuscht. ein junges mädchen, das sich am boden sitzend die fingernägel lackiert, ein toter vogel auf dem bahnsteig. ein grossvater, der nach der hand des kindes greift, ein paar, das sich küsst, japanische touristen, ein junger mann, der mit geschlossenen augen musik hört und seine rote gaulloise raucht. - so wie du
während der fahrt öffne ich das fenster und halte mein gesicht in den fahrtwind. weiss nicht, ob die tränen vom kalten wind kommen oder aus dem herzen. in der ferne ist eine regenwolken zu sehen. horizontregen.
habe die morgenröte betrachtet, das abziehen der wolken gegen mittag beobachtet, die warmen sonnenstrahlen auf der haut gespürt, regentropfen gezählt, fahre jetzt in die dunkle nacht hinein.
aber du bist noch immer nicht da.

- SCUOL, 18.09.2012

13.09.12

ich taumle über dunkle feldwege, mir ist schwindelig vor lauter weinen und unterdrücktem schreien.
trample durch pfützen, in die regentropfen und tränen fallen, eine ansammlung von melancholie und verzweiflung.
die brust wird zugeschnürt.
ich schreibe mit edding unsere geschichte - mein leben - auf stromkästen, wände, plakate und tonnen, das bist du nämlich: mein leben. es steht dir gut, liebling.
die dunkelheit macht mir keine angst mehr. sie ist beizeiten das einzige, was ich - in und auswendig - kenne. in der ferne, am ende des weges - am ende des tunnels? - ein kleines licht. ich gehe los.
als wir uns zum letzten mal sahen, drehtest du dich beim weggehen nicht nochmals um.

Samstag, 14. Dezember 2013

hopeless wanderer

When we first met
I was young,
you were not old
I was full of dreams
with this childish faith
Someday they'll be reality
Someday I'll live my dreams

When we met again
I grew older
more mature
A wrack of cracked down dreams

With every tiring day
and every sleepless night

and all of the kisses that I got
on my forehead
They were just lies

My dreams
I once called plans
They just faded away
as the stars got lost
in the morning sky

My dreams
They fell apart

I know
I should sleep
But I like myself drifting away
in deserts of long lost dreams

Dark love
it is

14.12.13 / 04.36

Samstag, 7. Dezember 2013

fernweh

wir liegen bei mir im garten, die sonne scheint, alles hätte so perfekt sein können
aber dann sage ich ins schweigen hinein: "ich will wieder zurück nach irland."
und du, b., sagst (zuversichtlich, vielleicht auch tröstend): "aber ich bin doch hier."
ich erwidere nichts darauf, nur ein trauriges lächeln.
du schweigst, ziehst deine hand zurück und wir liegen noch lange so dort.

ich glaube, ich habe noch nie zuvor jemandem so weh getan.

(august 2013)
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nachricht von papa: "ab april fliegt ryan-air wieder ab basel direkt nach dublin!"
ich lese n. die nachricht vor und sage:
"dann bin ich weg. irgendwann bin ich dann einfach weg."
und du hast gelächelt und gesagt:
"ich weiss. aber irland und paula - das gehört einfach zusammen."

jemand, der mein fernweh versteht.

(november 2013)